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Beitrag, Benzinpreismast

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Es ist wieder Ostern und pünktlich steigen die Preise an der Zapfsäule. Denken viele, stimmt aber nicht. Für die hohen Spritpreise werden regelmäßig die Mineralölkonzern verantwortlich gemacht. Das die aber am wenigsten dafür können, weiß Elmar Kühn Hauptgeschäftsführer von „UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen . Vater Staat hält kräftig die Hand auf.

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Elmar Kühn, vertritt die mittelständischen Mineralölunternehmen.
„Der Steueranteil bei Ottokraftstoffen liegt einmal bei 65 % Energiesteuer, darauf werden 19 % Mehrwertsteuer erhoben. Und auf den Produktpreis wird ebenfalls noch mal 19 % Mehrwertsteuer erhoben. Insgesamt macht das dann fast 60 % Steueranteil aus.“

Bei einem Benzinpreis von rund 1 Euro 60 gehen knapp 90 Cent an den Staat. Die Steuerpolitik ist also einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den Preis an der Zapfsäule.

Um diese Preisverhältnisse klar darzustellen leuchtet jetzt im Berliner Regierungsviertel der Preismast .. ohne Steuern.

O-Ton KundenSuper,
„90 Cent weniger? Na, wäre auf jeden Fall ein bisschen besser, ne?!“

Außerdem geht der Spritabsatz in Deutschland seit Ende der 90er Jahre zurück. Die Anzahl der Tankstellen ist aber im Verhältnis dazu nicht im gleichen Maße gesunken. Das führt zu einem starken Preiskampf. Die Folgen sind Schwankungen von bis zu zehn Cent pro Tag im deutschen Tankstellenmarkt. 1999 gab es lediglich 43 Tage mit bundesweiten Preisschwankungen, 2012 waren es 366 Tage im Jahr!

Elmar Kühn vom Mineralölverband Uniti, weiß dass die Tankstellen knapp kalkulieren müssen.
O-Ton
Elmar Kühn, Hauptgeschäftsführer des UNITI Bundesverbandes mittelständischer Mineralölunternehmen
„Die Marge vor Steuern liegt ungefähr bei 5 – 6 Cent pro Liter. Davon müssen sämtliche Investitionen und auch (ja) das Gehalt des Pächters bezahlt werden. Und nach Steuern verdient ein Mineralunternehmen am Liter Kraftstoff ungefähr ein Cent.“

Bei so kleinen Margen für die Tankstellenbetreiber, wird jede Preisschwankung ein Wagnis. Wer wenig Marge hat, kann kaum Nachlass geben.

O-Ton
Elmar Kühn, Hauptgeschäftsführer des UNITI Bundesverbandes mittelständischer Mineralölunternehmen

„Die Preisschwankungen folgen natürlich den internationalen Rohölmärkten...zum einen Teil. Zum anderen natürlich auch den Produktmärkten. Ein weiterer großer Bestandteil der Preisschwankungen sind natürlich das Wechselkursrisiko zwischen Euro und Dollar. Und nicht zu ver..gessen der lokale Wettbewerb. Jeder muss auf den Mitbewerber reagieren. Und senkt der Mitbewerber, geht man mit. Und irgendwann ist natürlich die Talsohle erreicht, wo so wenig verdient wird, dass man zwangsweise wieder erhöhen muss.“

Der größter Profiteur dieses Preiskampfes ist seit Jahren sowieso der Staat. Steigen die Einkaufspreise für Benzin- und Diesel und damit auch der Verkaufspreis an der Tankstelle, steigt nämlich auch der Steueranteil und treibt den Preis weiter.

Hochgeladen am: 28. März 2013